Kiwi
From Jakob-WIKI
Die Kiwis (Apterygidae) oder Schnepfenstrauße sind flugunfähige, nachtaktive Vögel in den Wäldern Neuseelands. Die Familie gehört zur Ordnung der Laufvögel (Struthioniformes) und besteht rezent nur aus der Gattung Apteryx mit je nach Lehrmeinung drei oder fünf Arten. In der Ordnung der Laufvögel stellen Kiwis die mit Abstand kleinsten Vertreter dar.
Der Kiwi ist das National- und Wappentier Neuseelands und abgeleitet die Eigenbezeichnung der Bewohner Neuseelands.
Kiwis sind nicht nur die kleinsten aller Laufvögel, sondern auch in ihrer Morphologie vollkommen von anderen Familien abweichend. Sie sind 35 bis 65 Zentimeter lang, bis 35 Zentimeter hoch und ein bis fünf Kilogramm schwer. Weibchen sind im Schnitt etwas größer und 10 bis 20 Prozent schwerer.
Sie tragen ein braunes Gefieder, das fast wie eine Behaarung wirkt. Den Kiwis fehlt wie allen Laufvögeln der Brustbeinkamm, an dem normalerweise die Flugmuskulatur ansetzt. So haben die Kiwis zwar noch kleine, vier bis fünf Zentimeter lange Flügel, sind aber nicht in der Lage, damit zu fliegen. Die Flügel tragen an den Enden kleine Krallen und bleiben unter dem Gefieder verborgen. Die Krallen haben keine erkennbare Funktion und sind offenbar Rudimente, die man gleichermaßen bei manchen Emus und Kasuaren findet.
Kiwis besitzen keinen Schwanz, was dazu beiträgt, dass sie eine ungewöhnliche ovale Körperform haben. Zu diesem Erscheinungsbild tragen auch die weit nach hinten verlagerten Beine bei. Diese kräftigen Beine tragen, wie bei den meisten Vögeln, vier Zehen; mit ihnen vermögen Kiwis gut und schnell zu laufen. Längere Fluchtdistanzen erübrigen sich aber meist in ihrem unübersichtlichen Lebensraum.
Der Kopf der Kiwis ist relativ klein, der Schnabel sehr lang und nach unten gebogen. Beim Streifenkiwi wird der Schnabel über 20 Zentimeter lang. Er ist bei Weibchen um gut 30 Prozent größer als bei Männchen. Der Oberschnabel ist etwas länger als der Unterschnabel. Um im Stand das Gleichgewicht zu halten, stützen Kiwis sich oft auf ihren Schnabel. Kiwis können nicht besonders gut sehen, dafür aber um so besser hören und – eine Besonderheit unter Vögeln – sehr gut riechen. Die Nasenöffnungen liegen an der Spitze und nicht wie bei den meisten Vögel an der Basis des Schnabels. An der Schnabelbasis tragen Kiwis „Borsten“, die an die Vibrissen (Schnurrbarthaare) von Säugetieren erinnern, in Wirklichkeit aber modifizierte Federn sind.
Eine weitere Besonderheit ist die Körpertemperatur, die mit 38 °C weit unter der der meisten Vögel (42 °C) liegt und eher der eines Säugetiers gleicht.
