Andersgesagt
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Solothurner Literaurtage - (anders gesagt-autrement dit-in other words)
- Carmen Morselli und Esther Trüb
Peter Utz
- Autor, Peter Utz: Professor in der Universität Lausanne für Literaturwissenschaft
- Moderatorin, Ilma Rakusa: Sie studierte Romanistik und slawische Sprachen.
- Diskussionspartnerin, Crista Schuenke: Sie übersetzte schon viele englische Bücher in die Deutsche Sprache.
anders gesagt - autrement dit - in other words
- Drei Personen, Frau Rakusa moderierte, Herr Utz las vor und Frau Schuenke kommentierte, eine durchaus spannende Aufteilung für die Vorlesung aus dem jüngsten Buch von Herr Utz "anders gesagt". Ein Buch über die Differenz sowie der Kunst des Übersetzens. Dazu hat er sechs Thesen aufgestellt, welche er anhand von Textbeispielen von T. Fontane, "Effi Briest", Musil, "Der Mann ohne Eigenschaften" veranschaulichte. (Dazu erhielten wir ein Hand-out).
1. These: Übersetzen schafft Sinn, nicht Identität
- Denn jedes Wort ist codiert. Unheimlich hat z.B. einen Bezug zur Theorie des S. Freud und somit schwierig im gleichen Sinn in verschiede Sprachen zu übersetzen.
2. These: Im Übersetzen darf sich der Übersetzer zeigen.
- Der Übersetzer bleibt nicht nur an der Oberfläche der Sprache. Er lässt den Text in Rhythmus, Semantik und Sprachstil sehr ähneln.
- Jedoch zeigt er sich stets durch die Auswahl der Wörter, seinem eigenen Schreibstil. So entsteht nicht eine reine Kopie, sondern ein neues literarisches Werk.
Fragen, die gestellt worden sind
Es wurde nur eine Frage an Frau Schuenke gestellt. Die Zuhörerin wollte wissen, wie weit Differenzierungen aus fehlerhaftem Arbeiten des Übersetzers entstehen. Frau Schuenke wies darauf hin, dass es Fehler gibt beim Übersetzten, wie in jedem anderen Beruf. Mehr treffen wir an, dass Übersetzer bereits beim Übersetzten interpretieren und so zum Teil nicht die direkte Übersetzung wählen. Oft sei es auch schwierig zu wissen, was der Autor genau aussagen wollte oder für den Ausdruck des Schriftstellers gibt es keine direkte Übersetzung und so muss sich der Übersetzer selber für Begriffe entscheiden, um schlussendlich den Sinn des Textes zu bewahren.
Persönlicher Eindruck
Wir fanden es sehr spannend die Übersetzung aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel vorgestellt zu bekommen, Peter Utz konnte seine Thesen sehr verständlich erläutern. Die Säulenhalle im Landhaus war bis auf den letzten Stuhl besetzt und die Zuhörer/innen hörten alle sehr aufmerksam zu. Leider kamen sie zum Schluss ein wenig in Zeitbedrängnis. Peter Utz wollte noch 2 Textbeispiele vorstellen, jedoch waren viele Wiederholungen vorhanden und das Publikum wurde ein wenig ungeduldig. Der Applaus am Schluss war kräftig, jedoch nur relativ kurz. Am Schluss vermisste ich eine richtige Diskussion zwischen Peter Utz und Frau Schuenke. Frau Schuenke stimmte ihm in den meisten Punkten zu, und so fiel die Diskussion sehr kurz aus. Das Werk "anders gesagt - autrement dit - in other words" vom Autor selber vorgestellt zu bekommen, fand ich sehr interessant, da man gleichzeitig auch den Autor ein wenig kennen lernt und vielleicht einige Aussagen im Buch so verstehen kann, wie es der Autor auch gedacht hatte.
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